Rezept gegen Verdauungsstörungen und Harnzwang [De re rust. 127]

Text:

  
Malum Punicum ubi florebit, conligito, tris minas in amphoram infundito, vini Q. I veteris addito et feniculi radicem puram contusam minam. Oblinito amphoram et post dies XXX aperito et utito. Ubi voles cibum concoquere et lotium facere, hinc bibito quantum voles sine periculo.   

  
  

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Die römische Kultur war vor der Übernahme griechischer Zivili-sationsgüter weitgehend agrarisch orientiert. Und auch noch danach galten Landwirtschaft und deren Einkünfte dem vornehmen Römer als angemessene Beschäftigung und akzeptable ökonomische Basis. Selbstverständlich ging ein Senator nicht hinter dem Pflug einher, sondern beschränkte sich auf Leitungs- und Kontrollaufgaben.
In dieser Absicht verfasste M. Porcius Cato (U 149 v. Chr.), jener Redner, Staatsmann und berüchtigte Zensor, der weiteren Kreisen nur durch seinen Satz "ceterum censeo Cartaginem esse delendam" bekannt ist, eine kleine Prosaschrift "De agricultura", mit welcher er seinen Sohn auf die Verwaltung der Landgüter vorbereiten wollte. In dieser ältesten erhaltenen Prosaschrift in lateinischer Sprache finden sich auch Hinweise auf den Anbau von Heilpflanzen sowie Rezepte: siehe Text

 

 

An zweiter Stelle steht der Gelehrte M. Terentius Varro. Sein Werk "De re rustica" in drei Büchern, in Dialogform abgefasst, entstand 37 v. Chr. Varro, damals schon achtzigjährig, wollte damit seiner Frau einen Leitfaden für die rentable Bewirtschaftung von Haus und Hof hinterlassen: Sie könne dann immer in seinem Buch nachschlagen, wenn sie einen Rat nötig habe.
 

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