Geschichte der Medizin

Unsere Kenntnisse über die medizinische Praxis in vorgeschichtlicher Zeit stammen aus der Paläopathologie. Diese Forschungsrichtung beschäftigt sich mit alten Darstellungen medizinischer Verfahren, mit Schädeln und anderen Skelettteilen sowie mit den medizinischen Geräten der Vorzeit und der heutigen nichtindustrialisierten Kulturen. Zum größten Teil gehören solche Themen in das Gebiet der Anthropologie. Manche Verfahren haben sich allerdings bis heute erhalten, so dass es gerechtfertigt ist, sie auch aus der Sicht der Medizingeschichte zu betrachten.

Vorzeit

Schon für die Menschen der Vorzeit waren schwere Krankheiten ein großes Problem. Es gelang ihnen jedoch nicht, sie wirksam zu behandeln. Nach den vermeintlichen Ursachen unterschied man zwei Arten solcher Krankheiten. Für jede dieser Gruppen gab es eine Reihe von Therapiemethoden, die sich aber gegenseitig ausschlossen.

Die erste und größte Gruppe waren Leiden, für die man böse Geister verantwortlich machte. Diese Dämonen, so glaubte man, versetzten einen fremden Geist, einen Stein oder einen Wurm in den Körper des arglosen Patienten. Um solche Beschwerden zu vertreiben, benutzte man Zaubersprüche, Tänze, magische Handlungen, Beschwörungen, Talismane und die verschiedensten anderen Mittel.

 

Wenn es dem Geist gelang, in den Körper seines Opfers zu gelangen, weil man solche Vorsichtsmaßnahmen nicht ergriffen hatte oder weil sie nicht ausreichten, versuchte man, den Körper des Patienten für den Dämon unbewohnbar zu machen:
 

  • Man schlug den Kranken,
  • folterte ihn
  • oder ließ ihn hungern.
  • Auch mit Arzneitränken, die heftiges Erbrechen auslösten, wollte man den Geist austreiben,
  • oder man ließ ihn durch ein in den Schädel gebohrtes Loch entweichen. Diese zuletzt genannte Methode, Trepanation genannt, diente auch als Mittel gegen Geisteskrankheiten, Epilepsie und Kopfschmerzen.

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